Argentinien - Weinbau zu Füßen der Anden
Egon Mark • 5. Februar 2026
Argentinien - Weinbau zu Füßen der Anden
Mit etwa 33 Millionen Einwohnern ist es zweitgrößte Land Südamerikas und in der Weltweinproduktion belegt es den vierten Platz. Die einzelnen Weinbaugebiete erstrecken sich von Salta im Norden bis Chubut im Süden über 1.750 Kilometer. In Argentinien stehen zurzeit etwa 210.000 ha Rebflächen im Ertrag.
Der Weinbau hat sehr lange Tradition und sein Ursprung führt in die Zeit der Kolonisation durch die Europäer zurück. Es waren vor allem Mönche, die sich darum bemühten. Schließlich brauchte man Wein für den Gottesdienst, für die Gastlichkeit und für die Behandlung von Kranken. Ob damals Setzlinge oder nur Traubenkerne aus Europa für die Anpflanzungen eingeführt wurden, ist nicht ganz sicher.
Der Anbau der europäischen Edelreben entwickelte sich in den Landschaften mit vorteilhaften Böden und geeignetem Klima und verbreitete sich langsam auf weite Gebiete. Am besten gediehen die Reben am Fuß der Anden und so entstand in der Provinz Mendoza das Weinzentrum Argentiniens. Die Weinbereitung erfolgte zu jener Zeit mit sehr einfachen Mitteln und in geringen Mengen, jedoch schon damals von hoher Qualität. Da Argentinien auf der südlichen Erdhälfte liegt, sind die Jahreszeiten entgegengesetzt zu Europa. Das heißt, Frühling ist von September bis Dezember, Sommer von Dezember bis März.
Die argentinischen Weinbaugebiete liegen großteils zwischen 600 und 1200 Metern Höhe, parallel zu den Anden und befinden sich vorwiegend in trockenen Zonen und machen eine Bewässerung der Weingärten erforderlich. Staubecken sammeln das Wasser und ein weit verzweigtes System aus Flussläufen und Kanälen verteilt das mineralstoffreiche Schmelzwasser aus den Bergen. Die traditionelle Bewässerung ist das Fluten der Rebkulturen.
Die Provinz Mendoza ist der Mittelpunkt der argentinischen Weinerzeugung und umfasst 70 % der gesamten Anbaufläche. Die übrigen wichtigen Gebiete San Juan, La Rioja, Catamarca und Salta liegen nördlich, während Neuquén und Rio Negro südlich von Mendoza liegen.
Neben alten spanischen Weißweinsorten werden überwiegend französische Edelrebsorten angebaut. Für die moderne Rotweinbereitung sind es vor allem Malbec, Cabernet Sauvignon, Merlot und Syrah.
Das regionale Weingesetz unterscheidet zwischen zwei Weinqualitäten:
>Vino Fino sind die Qualitätsweine aus europäischen Edelrebsorten. Sie müssen zu 75 Prozent aus der angegebenen Rebsorte und dem angeführten Jahrgang bestehen.
>Vino de Mesa oder Vino Comun sind Tafelweine aus heimischen Trauben mit hohen Erträgen und haben einen sehr großen Anteil an der gesamten Produktion.




